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Die 17. Lange Nacht der Museen  Auch in diesem Jahr wieder ein großes Ereignis

4. Februar 2005

Einige von Euch werden sie bestimmt noch nicht kennen, die Lange Nacht der Museen. Das ist eine Veranstaltung in Berlin, bei der viele bekannte Museen (insgesamt 83) nachts geöffnet haben. Man holt sich für nur acht Euro eine Karte und darf dann kostenlos in alle Museen. In diesem Jahr fand die Lange Nacht der Museen am 29. Januar statt, also letzten Samstag. Das Hingehen hat sich wirklich gelohnt!

Die Lange Nacht der Museen gibt es in Berlin seit neun Jahren. Man kann sich in Ruhe alles anschauen, bei manchen Sachen sogar mitmachen und nebenbei auch noch etwas Leckeres essen, denn das wird meist kostenlos in den Museen angeboten. Ich habe das natürlich gern genutzt. Hättet Ihr das nicht auch gemacht?

Zuerst ins Anne-Frank-Zentrum

Ich weiß nicht, wer von Euch Anne Frank kennt. Sie war ein junges Mädchen, das in der Nazi-Zeit in Deutschland gelebt hat. Sie war Jüdin und da in Deutschland Juden verfolgt wurden, war auch sie in Gefahr. Sie musste fliehen und sich mit ihrer Familie über Jahre in einem Haus verstecken. Stellt Euch das nur vor! Sie durfte nicht nach draußen gehen und spielen, sie musste darauf achten, dass sie nicht zu laut ist.

Anne und ihre Familie wurden doch gefunden. Sie wurden in ein so genanntes Konzentrationslager gebracht, wo nur wenige Menschen überleben konnten. Dort starb auch sie. Aber sie hat ein Buch geschrieben, ihr Tagebuch. Und ihr Vater, der die schlimme Zeit überstand, hat es veröffentlicht. Da kann man nachlesen, wie sich das arme Mädchen gefühlt hat. In einem Berliner Museum, dem Anne-Frank-Zentrum, wurde ihr Buch gezeigt, aber auch noch andere Dinge, die nicht sie selbst, sondern Menschen dieser Zeit betrafen.

Schöne Fotos und bunte Fische

Dass ich nach diesem Besuch eher betrübt war, könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Anschließend ging es in die Helmut-Newton-Ausstellung im Museum der Fotographie. Das war wieder etwas fröhlicher. Stellt Euch vor: Der Mann hat meist nackte Frauen fotografiert. Aber auch alte Menschen, Kinder und sich selbst. Und die Fotos sind wirklich wunderschön.

Danach ging es weiter im Zoo-Aquarium. Das war was! Lauter bunte Fische, Schlangen und Spinnen, vor denen ich mich sehr geekelt habe. Aber die waren zum Glück alle hinter dicken Glasscheiben. Man konnte auch über eine Brücke gehen, unter der lebendige Krokodile zu sehen waren. Spannend, oder? Aber am besten waren doch die Fische. Große und Kleine, Dicke und ganz Dünne und alle wunderschön bunt. Und wisst ihr was? Ich habe sogar Nemo aus dem Film „Findet Nemo“ gesehen. Der sieht echt so aus wie im Film.

Eine wirklich aufregende Nacht

Zum Schluss war ich noch im Anti-Kriegsmuseum. Da konnte man einen echten Luftschutzbunker besichtigen. Die wurden während des zweiten Weltkrieges unter den Häusern eingerichtet, damit sich die Leute im Krieg vor den Bomben schützen konnten. Eine nette Frau, die das alles miterlebt hat, hat dazu ihre Geschichte erzählt. Sehr aufregend, kann ich Euch sagen. Und wie eng das da war! Dass da alle Menschen aus dem ganzen Haus reingepasst haben sollen, kann man sich kaum vorstellen. Nach diesem Besuch ging es dann glücklich und müde nach Hause. Eine wirklich aufregende Nacht.

Wenn Ihr jetzt denkt, dass das nur etwas für Erwachsene ist, dann täuscht Ihr Euch. Viele Museen haben extra etwas für Kinder angeboten. So konnten Kinder im Kulturforum am Potsdamer Platz Masken und Kopfschmuck für den Karneval basteln. Oder ihr hättet im Märkischen Museum Instrumente aus Blech, Stahl und Eisen selbst erfinden und danach mit den selbstgebauten Instrumenten durch das Museum laufen können. Mögt ihr Pralinen? Die hättet Ihr auch selber machen können. Im Zucker-Museum, wo es auch leckere Zuckerwatte zu kaufen gab. Und natürlich gibt es in Berlin auch ein Museum für Kinder, wo das Motto lautete: Mach mit! Da war also richtig war los. Dort gab es Märchen zu hören, Trickfilme zu sehen und basteln konnte man auch. Klingt gut, oder?

Na, wie klang das bisher für Euch? Gut, oder? Vielleicht könnt ihr ja eure Eltern mal überreden im Sommer herzukommen. Denn die Lange Nacht der Museen findet zweimal im Jahr statt. Einmal im Winter und einmal am Ende des Sommers. Dann könnt ihr alle diese Dinge auch selbst erleben. Also, ich werde da sein, Vielleicht sieht man sich ja mal.

Text: Judith Voigt