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Streit um Windräder gefährdet Klimaschutz

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Windräder auf einem Feld. Soll es künftig noch mehr davon geben? (Bild: Rolf Dietrich Brecher, Wikimedia, CC BY-SA 2.0)

25. November 2019

Windenergie ist gut für das Klima, dennoch wollen nicht alle Menschen immer mehr davon. Warum?

Die Klimakrise gefährdet das Leben auf der Erde. Um das Schlimmste zu verhindern, muss der CO2-Ausstoß weltweit deutlich verringert werden. Deutschland hat deshalb beschlossen, alle Kohlekraftwerke abzuschalten. Schon einige Jahre vorher beschloss die Regierung, auch alle Atomkraftwerke stillzulegen. Damals ging es um die möglichen Gefahren und um sichere Lager für den Atommüll. Die gibt es nämlich nicht.

Woher kommt künftig der Strom?

Statt auf Kohle und Kernenergie setzt Deutschland für die Zukunft auf umweltfreundlichere Kraftwerke. Wasserkraftwerke, Sonnenenergie und Windenergie verursachen weder CO2 noch Atommüll. Und man braucht dafür keine Rohstoffe, es genügt die natürliche Energie von Sonne, Wind und Wasser. Dennoch gibt es aktuell Streit um die Windenergie.

Windenergie wird mit großen Windrädern gewonnen, die auf freiem Land oder in den Meeren stehen. Solche Windkraftanlagen sind zwischen 30 und 220 Metern hoch. Sie sind schon von weitem zu sehen. In der Regel gibt es nicht nur eines davon, sondern viele an einem Ort. Zusammen bilden sie dann einen Windpark.

Hässlich? Gesundheitsschädlich? Umweltschädlich?

Trotz der Vorteile der Windenergie gibt es immer wieder Beschwerden von Anwohnern wegen solcher Anlagen. Manche finden, die Windräder seien hässlich und zerstörten das schöne Aussehen der Landschaft. Andere befürchten vor allem gesundheitliche Schäden. Gerade auf dem Land ist das für manche Menschen ein wichtiges Thema.

Windräder produzieren zwar keine Abgase oder Müll, sie verursachen aber Geräusche. Und Lärm kann krank machen. Die Geräusche von Windrädern sind allerdings vergleichsweise leise. Und bisher gibt es kaum Hinweise auf Gefahren für die menschliche Gesundheit.

Anders ist es bei Gefahren für die Tierwelt. Die teilweise schnell drehenden Windräder können für Vögel und fliegende Insekten gefährlich sein. Immer wieder sterben Tiere, die in die Rotorblätter geraten. Experten sehen die Schäden für die Tierwelt aber zumeist als gering an. Und die Hersteller der Anlagen arbeiten an Möglichkeiten, Tiere besser zu schützen.

Pläne von Politikern sorgen für Streit

Vor allem in den Parteien CDU und CSU fordern Politiker Einschränkungen für Windkraftanlagen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will Windräder künftig nur noch erlauben, wenn sie mindestens 1000 Meter von bewohnten Häusern entfernt sind. Die Politiker wollen damit auf die Bedenken der Menschen auf dem Land reagieren.

Politiker der Parteien SPD und Grüne sind gegen solche Einschränkungen und wollen die Gesetze verhindern. Sie sagen, dass die Befürchtungen übertrieben sind und den Bau von Windrädern erschweren würden. Viele Experten sehen das ähnlich. Sie sagen, mit der geplanten 1000-Meter-Regel könnten in Deutschland kaum noch Windanlagen neu errichtet werden. Für den Klimaschutz und die Energieversorgung wäre dies aber notwendig.

Sollte es künftig mehr oder weniger Windräder in Deutschland geben?