Frankreich
Die Franzosen sind für ihr leckeres Essen auf der ganzen Welt bekannt. Auch an Weihnachten wird daher geschlemmt was das Zeug hält. Am 24. Dezember genießt man in den Familien ein besonders aufwändiges Abendmahl, welches sich häufig über Stunden hinziehen kann. Gegessen werden Truthan, Muscheln oder Pasteten. Dazu gibt es oftmals Maronen. Das sind spezielle geröstete Kastanien.
Nach dem Essen gehen viele Franzosen zur Mitternachtsmesse in die Kirche. Geschenke bringt in Frankreich der Pere Noel. Er hat einen langen roten Mantel an und trägt auf dem Rücken einen Korb mit den Präsenten. Am Abend des 24. Dezember stellen die französischen Kinder ihre Schuhe für ihn bereit. Nachts kommt Pere Noel dann durch den Kamin in die Wohnungen und steckt die Gaben in die Schuhe. Am 25. Dezember gibt es daher die Geschenke.
Griechenland
In Griechenland ist Weihnachten ganz anders als bei uns in Deutschland. Am 24. Dezember ziehen morgens die Kinder durch die Straßen der Städte. Mit Trommeln und Glocken machen sie ordentlich Krach und wollen damit die Häuser segnen, an denen sie vorbei ziehen. Von den Besitzern werden sie dafür - wie an Halloween - mit Süßigkeiten belohnt. Zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar lodern überall in Griechenland Weihnachtsfeuer. Sie sollen die gemeinen Kalikanzari vertreiben. Das sind fiese Kobolde, die ansonsten zur Weihnachtszeit allerlei Schabernack mit den Menschen treiben würden.
Geschenke bringt in Griechenland der Heilige Basilius (Bild links). In der Neujahrsnacht zwischen dem 31. Dezember und dem 1. Januar kommt er zu den Kindern nach Hause und hinterlässt ganz heimlich die Geschenke. Am Neujahrstag ziehen die Kinder noch mal mit ihren Musikinstrumenten durch die Straßen und wünschen den Bewohnern Glück. Wieder erhalten sie dafür Süßigkeiten oder auch etwas Geld. Gegessen wird in Griechenland gerne Truthan sowie viel Gebäck und Kuchen. Eine sehr schöne Tradition ist das Basiliusbrot. In seinem Inneren befindet sich eine Goldmünze. Wer diese findet, hat das ganze folgende Jahr Glück.
Großbritannien und Irland
In Großbritannien und in Irland gibt es ebenfalls viele Weihnachtstraditionen, die man bei uns nicht kennt. So werden zur Weihnachtszeit Mistelzweige in den Häusern aufgehängt. Begegnen sich ein Mann und eine Frau darunter, müssen sie sich küssen. Am 24. Dezember ziehen manchmal kleine Gesangsgruppen durch die Städte und tragen Lieder vor. Später gehen viele Menschen in die Kirche zur Mitternachtsmesse. Am Abend hängen die Kinder am Kamin oder an ihrem Bett Socken auf. Am nächsten Morgen - also am 25. Dezember - finden sie darin die Geschenke, die der Weihnachtsmann (Father Christmas) gebracht hat.
Später kommen Freunde und Verwandte zum gemeinsamen Essen. Es gibt Fisch, Truthan, Rindfleisch, Würstchen oder Gans und zum Nachtisch Minzkuchen oder Weihnachtspudding (Plumpudding) mit reichlich Schnaps darin (Bild links). Wie in Griechenland werden auch in Großbritannien häufig Geldstücke im Essen versteckt. Außerdem liegen auf der Weihnachtstafel auch Knallbonbons, die man bei uns nur von Sylvester kennt.
Niederlande und Belgien
Hier bekommen die Kinder ihre Geschenke schon viel früher als in Deutschland. Denn Geschenke bringt nicht der Weihnachtsmann, sondern der Nikolaus (Sinterklaas) und zwar am 6. Dezember. Gemeinsam mit seinem Gehilfen - dem Schwarzen Peter (Zwarte Piet) - befüllt er die Säcke, die extra für ihn vor die Türen gelegt wurden. An den eigentlichen Weihnachtstagen geht es in den Niederlanden und in Belgien eher besinnlich zu. Dann treffen sich die Familien, man geht in die Kirche, isst gut und macht es sich gemütlich.
Polen
In Polen ist Weihnachten hauptsächlich ein Fest der Familie. Wenn am 24. Dezember der erste Stern am Himmel erscheint, beginnt das Weihnachtsessen, an dem alle Verwandten teilnehmen. Neben jedem Teller liegt eine Oplade (ein kleines Gebäck). Jeder lässt alle anderen Familienmitglieder ein kleines Stück von seiner Oplade abbeißen und wünscht ihm dabei alles Gute für das nächste Jahr. Danach beginnt das eigentliche Essen, das häufig aus mehr als zehn Gängen besteht. Auf Fleisch wird dabei meistens verzichtet. Als Zeichen der Gastfreundschaft wird am Festtagstisch ein zusätzlicher Teller aufgestellt, für den Fall, dass ein unerwarteter Gast kommt. Nach dem Essen wird dann gemeinsam in die Kirche gegangen.
Russland
In Russland gibt es zwei verschiedene Weihnachtstage. Eigentlich ist am 7. Januar Weihnachten. Dann gedenkt man in der russisch-orthodoxen Kirche Christi Geburt und die Menschen gehen in die Kirchen. Zuhause gibt es dann kein Festmahl, sondern man verzichtet auf Fleisch und hält sich überhaupt beim Essen zurück. Geschenke gibt es in Russland am Neujahrstag. Dieser findet nicht wie bei uns am 1. Januar statt, sondern erst am 11. Januar. Dann kommt auch nicht der Weihnachtsmann, sondern Väterchen Frost. Er wird von seiner Gehilfin Schneeflöckchen unterstützt.
Skandinavien
Zu Skandinavien gehören die Länder Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark. In diesen Ländern hat man ganz ähnliche Weihnachtstraditionen. Gefeiert wird nicht nur die Geburt Christi sondern auch das Julfest, bei dem es darum geht, dass nach einer Zeit der Dunkelheit endlich die Tage wieder länger werden. Wie in anderen Ländern auch, ist das Weihnachtsessen am 24. Dezember auch in Skandinavien besonders wichtig. So gibt es in Schweden Schweineschinken, in Norwegen Rippchen und in Dänemark Gans oder Pute.
Auf jeden Fall fließen aber das Bier, der Glögg (Glühwein) und der Schnaps in Strömen. In Schweden und Finnland ist außerdem ein gemeinsamer Saunabesuch Tradition. Nach dem Essen versammelt man sich um den Weihnachtsbaum und packt die Geschenke aus, die der Weihnachtsmann gebracht hat. In Finnland heißt er Joulupukki (Bild links), weil man sich dort früher an Weihnachten mit Ziegenhäuten verkleidete. In Schweden machen die Menschen während der Bescherung die Fenster auf, denn manchmal werfen befreundete Nachbarn noch ein kleines Präsent durch das Fenster in die Stube.
Spanien
In Spanien gibt es die Geschenke eigentlich erst am 6. Januar (Dreikönigstag), denn an diesem Tag haben ja die Heiligen Drei Könige ihre Präsente dem Christkind überbracht. Am Tag zuvor gibt es in Spanien überall Umzüge, bei denen die Ankunft der drei Könige gefeiert wird (Bild links). Der 24. Dezember ist eigentlich nur ein kirchlicher Feiertag, an dem man mit Verwandten gut und viel isst und gemeinsam in die Kirche geht.
Doch in letzter Zeit wird von immer mehr Familien die Tradition übernommen, auch am 24. Dezember Geschenke zu machen. Viele Kinder können sich daher gleich zweimal über neues Spielzeug freuen, einmal am 24. Dezember und einmal am 6. Januar. Eine Besonderheit der spanischen Weihnachtszeit ist der „Tag der Unschuldigen“ (Dia de los Inocentes). Am 28. Dezember geben sich die Menschen die größte Mühe, andere Leute zu veräppeln und Scherze zu machen. Der Tag ist also mit unserem 1. April vergleichbar.













